Liechtensteiner Wirtschaftsdelegation begleitet ersten offiziellen Staatsbesuch in Indien

Eine hochrangige Wirtschaftsdelegation unter der Leitung der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK) begleitete am 26. und 27. Oktober 2026 den offiziellen Staatsbesuch von S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni in Indien. Im Zentrum standen die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Chancen des Freihandelsabkommens sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen und Handel.

Der Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von LIHK-Präsident Klaus Risch gehörten Vertreter verschiedener LIHK-Mitgliedsunternehmen an. Mit dabei waren unter anderem Jahangir Doongaji, CEO der Hilti Aktiengesellschaft, Markus Kaiser, CEO der Kaiser AG, Pravin Shirse, Country President & Managing Director für Indien und Südostasien bei Oerlikon Balzers, sowie Atul Singh, CEO von LGT Wealth India.

Das Besuchsprogramm umfasste unter anderem einen Besuch des Werks der Hilti Aktiengesellschaft in Vadodara, Gujarat, sowie hochrangige politische Gespräche in Neu-Delhi. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein traf dabei unter anderem die indische Staatspräsidentin Droupadi Murmu, Premierminister Narendra Modi sowie Finanzministerin Nirmala Sitharaman. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Stärkung der bilateralen Beziehungen und die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Freihandelsabkommen eröffnet neue Perspektiven

Eine wichtige Grundlage für die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen bildet das Handels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Trade and Economic Partnership Agreement, TEPA) zwischen Indien und den vier EFTA-Staaten Liechtenstein, Schweiz, Norwegen und Island. Das im März 2024 unterzeichnete und am 1. Oktober 2025 in Kraft getretene Abkommen verbessert den Marktzugang, baut Handelshemmnisse ab und schafft neue Perspektiven für Handel und Investitionen.

Indien zählt zu den dynamischsten grossen Volkswirtschaften der Welt und bietet auch für Liechtensteiner Unternehmen erhebliches Potenzial. Insbesondere in Bereichen wie der industriellen Fertigung, der Präzisionstechnologie, Innovation und Finanzdienstleistungen eröffnen sich Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit. Das TEPA schafft hierfür eine wichtige Grundlage.

Doppelbesteuerungsabkommen als weiterer wichtiger Schritt

Neben den Chancen des Freihandels stand auch die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen im Fokus. Zwischen Liechtenstein und Indien besteht derzeit kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Ein solches Abkommen würde die Rechtssicherheit für grenzüberschreitend tätige Unternehmen erhöhen, steuerliche Hindernisse reduzieren und damit zusätzliche Investitionen erleichtern.

Mit ihrer Teilnahme an der Wirtschaftsdelegation unterstützte die LIHK ausdrücklich die Bemühungen Liechtensteins, den Abschluss eines DBA mit Indien voranzubringen. Das Anliegen war auch Gegenstand der bilateralen Gespräche während des Staatsbesuchs.

Der Besuch unterstreicht die wachsende Bedeutung Indiens als Wirtschafts- und Handelspartner Liechtensteins. Für die LIHK ist es zentral, die Chancen des Freihandelsabkommens zu nutzen und gleichzeitig auf verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige wirtschaftliche Partnerschaften hinzuwirken.

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Bildreche: Information und Kommunikation der Regierung des Fürstentums Liechtenstien, Fotograf: Adarsh Saini.